„Was verträgt unsere Erde noch? – Wege in die Nachhaltigkeit“


Zusammenfassung vom Buch

Cyrille HORPER - IHECS – Deutsch – BAC1 – Gruppe K – Mai 2007

buchDieses Buch ist keine Einzelerscheinung, da es zu der Reihe „Forum für Verantwortung“ gehört, die aus insgesamt 12 Bände (davon 4 bereits erschienen) besteht. In dieser Reihe beschäftigen sich Wissenschaftler unter anderem mit Themen wie Klimawechsel, Bevölkerungswachstum und Wirtschaftsumbau, und versuchen dabei neue Wege in die Nachhaltigkeit zu finden.
Jill Jäger beginnt mit der Einleitung und gibt einen Vorgeschmack auf die Themen, die im Buch behandelt werden. Hierbei werden Fragen aufgeworfen wie z.B. ob die Situation wirklich dramatisch ist, was „globaler Wandel“ bedeutet und wer oder was dafür verantwortlich ist, wie eine nachhaltige Entwicklung aussehen könnte, und wie man dabei den Ressourcenverbrauch senken könnte.
Das Buch ist in 5 Kapitel eingeteilt. Im ersten Teil wird die historische Entwicklung der Umweltbewegung präsentiert: bereits nach dem zweiten Weltkrieg wurden 1946 die ersten Abkommen unterzeichnet, jedoch gilt die Veröffentlichung des Buchs „Der stumme Frühling“ von Rachel Carson im Jahre 1962 als offizieller Anfang der Umweltbewegung. Des weiteren dokumentiert die Autorin das weltweite Bevölkerungswachstum und die steigernde Wirtschaftsaktivitäten, erklärt den Begriff der Schwellenwerte, erinnert an den ersten Warnungen der Wissenschaft Anfangs der 60er/70er Jahre und beschreibt die geglückte Reduzierung der FCKW-Stoffe, die den Ozonloch weiter vergrößern. Schlussendlich fasst die Autorin die Ziele der vielen Konferenzen, wie z.B. die UNO-Millenniumsziele, zusammen.
Im zweiten Teil wird der Begriff „System“ eingeführt. Jill Jäger erklärt darin, dass die Erde ein komplexes System ist. Es ist weder ein geschlossenes, noch ein einfaches System, da es keine definierte Grenzen zwischen Innen- und Außenbereich gibt, weil es aus einer Vielfalt von Systemen besteht, und weil es nicht auf das Ursache-Wirkungs-Prinzip beruht. Das ganze bedeutet also, dass Ursache und Wirkung nicht im gleichen Maß ändern (können), und dass Probleme meistens nicht wegen einer, sondern oft wegen mehrerer Ursachen hervortreten. 5 Wörter, die beim analysieren eines Systems benutzt werden, werden vorgestellt und beschrieben: Antriebskraft, Belastung, Zustand, Wirkung und Reaktion. Dass die Erde ein komplexes, nichtlineares System ist, beweisen die 3 gezeigten Beispiele: Der Klimawandel erhöht nicht nur den Meeresspiegel, sondern ändert auch die meteorologischen Verhältnisse wie Golfstrom, Niederschläge, Dürren usw.. Die Geschichte vom Viktoriabarsch in Afrika zeigt welche katastrophalen Folgen die Einführung von fremden Lebewesen, hier eine Fischart, in ein nicht dazugehörendes Ökosystem, haben kann. Der Bau eines Staudammes in Ghana führte nicht nur zu schlimmen Konsequenzen im Ackerbau, sondern brachte auch noch Krankheiten und Bevölkerungsbewegungen mit sich.
Im dritten Teil geht es um den Ressourcenverbrauch, und da wird bereits im ersten Abschnitt klar gemacht, dass wir, also die Industrieländer, über unsere Verhältnisse leben. Neue Stichwörter werden beschrieben, wie zum Beispiel das Naturkapital, oder der ökologische Fußabdruck, von dem in letzter Zeit immer mehr geredet wird. Hierbei werden die Konsumverhältnisse des Menschen in verschiedene Bereiche eingeteilt, und anhand statistischer Daten auf Flächenbewegungen umgerechnet. So bräuchte ein Einwohner Berlins 4,4 Hektar Platz, also umgerechnet 6 Fußballfelder, um sein Konsum in Fläche auszudrücken. Des Weiteren wird erklärt, was „ökologische Rucksäcke“ sind. Diese beinhalten sozusagen alle Belastungen die zur Produktion einer Ware benötigt werden. Das Gewicht einer Ware würde sich also erschweren wenn man die bei der Produktion entstandenen Belastungen auf die Natur dazurechnen würde. Zum Schluss behauptet die Autorin dass man den Ressourcenverbrauch durch den Gewinn an Effizienz und technologischen Fortschritt, deutlich senken könnte.
Im vierten Teil stellt Jill Jäger die Vision einer Nachhaltigen Zukunft vor, das heißt dass sie ein „Idealbild von der Zukunft“ vorstellt: durch eine bessere Ökoeffizienz, also durch mehr Aufmerksamkeit auf den gesamten Prozess der Produktion einer Ware könnte man die Leistungsfähigkeit steigern und gleichzeitig den Ressourcenverbrauch senken, und einen geringeren Materialverbrauch mit sich ziehen. Viele Unternehmen nehmen immer nur die Lohnkosten der Arbeiter unter die Lupe. Dabei vergessen sie die Mengen an Material, die sie bei der Herstellung ihrer Produkte verbrauchen, zu analysieren. Wenn es also ums Sparen geht sind leider meistens die Arbeiter die Opfer... Dazu kommt, dass Privatpersonen viele Dinge und Apparate wie zum Beispiel Bohrmaschinen besitzen, obwohl diese selten benutzt werden. Die Wartung solcher Apparate kostet oft viel Geld – dabei wäre es einfacher die Geräte auszuleihen und nur dann zu benutzen, wenn man sie braucht. Dadurch würde weniger ungenutztes Material gekauft werden und die unnötige Produktion ausfallen. Es wird immer mehr Wert auf Service und Know-how gelegt: geht die Bohrmaschine eines Tages kaputt wird sie einfach weggeworfen. Besser wäre es, wenn man die Versorgung und Wartung von vielen Geräten an Unternehmen zuteilen würde; die Klimaanlage in einem Gebäude könnte so in den Händen einer Spezialfirma liegen, die sich um die Anschaffung und die Wartung kümmert. Dadurch würde das Büro nur den Service, also die „Kühle“ bezahlen und Ausfälle würden so vermieden werden. Jill Jäger erklärt dann, dass wachsendes Wohlstand nicht unbedingt Synonym für wachsendes Glück steht, und erklärt in einem ausführlichen Plädoyer, dass unsere Gesellschaft auch ohne Wachstum, sondern durch Kontinuität unserer wirtschaftlichen Lage, weiterhin gut auskommen könnte. Sie erklärt, dass die Arbeitstrennung die Möglichkeit für Unternehmen geben könnte, neue Arbeitsplätze zu schaffen und dass die Mitarbeiter somit mehr Zeit hätten, sich für Familie und Kinder zu kümmern, ganz im Sinne einer nachhaltigen Familienpolitik.
Im fünften und letzten Teil des Buches macht die Autorin eine Zusammenfassung und erklärt, wie man auf lokalem, nationalem und internationalem Niveau schrittweise neue „Wege in die Nachhaltigkeit“ eingehen kann. Zum Ersten sollte die Politik nicht nur eine Umwelt- sondern dazu noch eine Ressourcenpolitik betreiben. Länder und Organisationen sollten die Ressourcenreduktion durch Gewinn an Effizienz als Chance für mehr Umweltbewusstsein anerkennen, und das Nachsorge- durch das Vorsorgeprinzip eintauschen. Die Menschheit kann es sich nicht mehr leisten, die Umwelt zuerst zu zerstören um sie erst später zu reparieren, denn verschiedene Folgen sind nicht mehr zu heilen. Deshalb sollte man den Umgang mit der Umwelt schonender angehen. Durch eine angemessene Steuerpolitik könnte man diejenigen zur Kasse bitten, die unsere (Um)Welt zerstören, während diejenigen, die an Nachhaltigkeit und Umweltschutz denken, durch Steuererleichterungen für ihren Einsatz belohnt werden.
Kinder sollten bereits in der Schule lernen, mit der Umwelt umzugehen, und die Bevölkerung sollte mit in die Politik eingebunden werden. Das Ganze im Rahmen der Global Governance, die eine Reihe von Maßnahmen zu den Themen Umwelt, Wirtschaft, Arbeit und Soziales nehmen sollte.
Zum Schluss gibt Jill Jäger eine Reihe von Tipps, wie man individuell, und durch kleine Schritte in den Breichen Ernährung, Wasser, Mobilität und Energie, einen Nachhaltigen Lebensstil entwickeln kann.
Da in diesem Werk viele spezielle Wörter und Begriffe benutzt werden, kann man in einem Glossar die dazugehörigen Definitionen wieder finden.